Anleitung | Migration von Managed Antivirus (MAV) zu Managed Endpoint Security (MES)
Frage oder Herausforderung
Wie kann ich Windows-Clients, auf denen aktuell Managed Antivirus (MAV) aus dem Managed RMM eingesetzt wird, möglichst automatisiert und unbeaufsichtigt auf Managed Endpoint Security (MES) migrieren?
Lösung oder Antwort
Für die Migration wird pro Kunde ein eigener ESET PROTECT All-in-One-Installer erstellt. Dieser enthält den ESET Management Agent, ESET Endpoint Security, die Zuordnung zum richtigen Kunden, die passende Lizenz sowie den ESET AV Remover.
Der Installer wird anschließend auf einem eigenen Filehoster bereitgestellt und über ein PowerShell-Skript aus dem Script Repository des Managed RMM auf den gewünschten Geräten ausgeführt.
Das Migrationsskript selbst ist für alle Kunden identisch. Pro Kunde muss beim Ausführen lediglich der Direktdownload-Link des kundenspezifischen ESET-Installers übergeben werden.
Wichtig:
Führe die Migration zuerst auf einem einzelnen Testgerät durch. Rolle die Migration erst auf weitere Geräte aus, wenn der Test vollständig erfolgreich war.
Geltungsbereich:
Diese Anleitung beschreibt den getesteten Ablauf für Windows-x64-Clients mit vorhandenem Managed RMM und Managed Antivirus.
Migrationsskript Download:
Voraussetzungen
Für die Migration benötigst du:
Zugriff auf das Managed RMM
Zugriff auf ESET PROTECT
einen vollständig eingerichteten MES-Kunden
eine passende Managed Endpoint Security Lizenz für die zu migrierenden Geräte
einen eigenen Filehoster, über den der kundenspezifische ESET-Installer per Direktdownload erreichbar ist
das zu diesem Artikel bereitgestellte PowerShell-Migrationsskript
Als Filehoster kannst du beispielsweise eine eigene Nextcloud, eigenen Webspace oder einen anderen geeigneten Dienst verwenden.
Wichtig:
Der Download-Link muss vom Zielgerät direkt und ohne Browser-Interaktion erreichbar sein. Eine Freigabeseite, auf der zunächst ein Download-Button angeklickt oder eine Anmeldung durchgeführt werden muss, ist nicht geeignet.
Ablauf der Migration
Die Migration besteht aus folgenden Schritten:
ESET All-in-One-Installer für den Kunden erstellen
Installer auf einem eigenen Filehoster bereitstellen
Managed Antivirus auf dem Zielgerät deaktivieren
Migrationsskript im Script Repository hinterlegen
Migration auf einem Testgerät ausführen
Ergebnis kontrollieren
Migration auf weitere Geräte ausrollen
1. ESET All-in-One-Installer für den Kunden erstellen
Melde dich im ESET PROTECT an und öffne den Bereich Installationsprogramme.
Erstelle dort einen neuen Installer für Windows.
Für die Migration sind insbesondere folgende Einstellungen wichtig:
Windows als Plattform auswählen.
Den klassischen Installer beziehungsweise All-in-One-Installer verwenden.
Als Komponenten mindestens:
ESET Management Agent
Security Product
Als übergeordnete Gruppe den richtigen Endkunden auswählen.
Optional aber empfohlen: einen eindeutigen Namen, eine Beschreibung und den Tag des Kunden hinterlegen.
Als Sicherheitsprodukt ESET Endpoint Security auswählen.
Die zum Kunden gehörende Lizenz mit dem Installer verknüpfen.
Den ESET AV Remover in den Installer aufnehmen.
Am Ende den 64-Bit-Installer herunterladen.
Der Installer hat beispielsweise folgenden Namen:
PROTECT_Installer_x64_de_DE.exeWichtig:
Achte besonders auf die richtige übergeordnete Gruppe. Diese Einstellung bestimmt, bei welchem Kunden das Gerät nach der Installation in ESET PROTECT landet.
Wird keine passende Gruppe hinterlegt oder existiert die hinterlegte Gruppe nicht mehr, kann das Gerät im Fundbüro beziehungsweise unter den unzugeordneten Geräten landen.
Eine allgemeine Anleitung zum manuellen Erstellen eines ESET-Installers findest du hier:
2. Installer auf einem eigenen Filehoster bereitstellen
Lade den erzeugten PROTECT_Installer_x64_de_DE.exe auf deinen eigenen Filehoster hoch.
Erstelle anschließend einen Direktdownload-Link auf die Datei.
Prüfe den Link vor dem Rollout einmal manuell. Beim Aufruf muss direkt die Installer-Datei heruntergeladen werden.
Information:
Das Migrationsskript benötigt pro Kunde nur diesen einen Wert:
https://dein-filehoster.example/pfad/zum/kundenspezifischen-installerDas PowerShell-Skript selbst muss nicht pro Kunde angepasst werden, nur der Wert der beim Rollout mitgegeben wird.
3. Managed Antivirus im Managed RMM deaktivieren
Bevor die Migration gestartet wird, muss Managed Antivirus auf dem Zielgerät deaktiviert werden.
Öffne das betreffende Gerät im Managed RMM und setze Managed Antivirus auf Aus.
Dadurch wird die reguläre Deinstallation von MAV angestoßen und gleichzeitig verhindert, dass Managed RMM das Produkt nach der Entfernung erneut bereitstellt.
Der für diese Migration erstellte ESET All-in-One-Installer enthält zusätzlich den ESET AV Remover. Dieser übernimmt während des Migrationsprozesses die Entfernung noch vorhandener beziehungsweise erkannter Antivirus-Komponenten.
Wichtig:
Managed Antivirus muss im Managed RMM deaktiviert sein, bevor das Migrationsskript ausgeführt wird. Sobald die Meldung angezeigt wird, dass ein Neustart erforderlich ist, um die MAV-Deinstallation zu finalisieren, ist das Gerät bereit für die Migration.
Der Neustart muss vorher nicht durchgeführt werden und kann nach Abschluss der ESET-Installation erfolgen.
4. Migrationsskript im Script Repository hinterlegen
Partner können eigene Skripte über das neue Script Repository im Managed RMM hinterlegen und ausführen.
Lade zunächst das zu diesem Artikel bereitgestellte herunter.
Öffne anschließend im neuen Managed-RMM-Herstellerdashboard das Script Repository und füge ein neues Skript hinzu.
Empfohlene Einstellungen:
Einstellung | Wert |
|---|---|
Name | Managed Antivirus zu Managed Endpoint Security Migration |
Betriebssystem | Windows |
Skripttyp | PowerShell |
Kategorie | Customer |
Skript-Zeitüberschreitung | 3600 Sekunden |
Wichtig:
Beim Hochladen eines eigenen Skripts muss die Kategorie von Organization auf Customer geändert werden. Andernfalls kann das Skript nicht gespeichert werden.
Unter Zugriff gewähren legst du fest, für welche Kunden oder Standorte das Skript verfügbar sein soll.
Anschließend hinterlegst du das PowerShell-Skript
Eingabevariable für den Download-Link hinterlegen
Das Migrationsskript benötigt beim Ausführen den Direktdownload-Link des kundenspezifischen ESET-Installers.
Damit dieser Link später beim Start des Skripts eingegeben werden kann, muss im Script Repository unter Inputs eine Eingabevariable angelegt werden.
Hinterlege folgende Werte:
Einstellung | Wert |
|---|---|
Datentyp | Text |
Name / Anzeige | Download-Link ESET Installer |
Variable | DownloadUrl |
Standardwert | leer lassen |
Wichtig:
Der Variablenname muss exakt DownloadUrl lauten, da dieser Parameter vom PowerShell-Skript erwartet wird.
Beim späteren Ausführen des Skripts erscheint dadurch automatisch ein Eingabefeld für den Download-Link.
Dort wird der Direktdownload-Link des zuvor bereitgestellten kundenspezifischen ESET-Installers eingetragen.
Beispiel:
https://dein-filehoster.example/pfad/zum/installer.exeDas Skript kann danach für weitere Kunden wiederverwendet werden. Der einzige kundenabhängige Wert ist der jeweilige Download-Link des ESET-Installers.
Eine ausführliche Beschreibung des Script Repository findest du hier:
5. Migration zuerst auf einem Testgerät ausführen
Wechsle im neuen Managed-RMM-Herstellerdashboard zu:
Dashboards → Assets
Wähle das gewünschte Testgerät aus und öffne über die drei Punkte unter Aktionen den Punkt:
Skript ausführen
Wähle anschließend das zuvor hochgeladene Migrationsskript aus.
Für die Ausführung empfehlen wir:
Anmeldedaten: Lokales System
Ausführungs-Zeitüberschreitung: 3600 Sekunden
Skriptparameter: Direktdownload-Link des kundenspezifischen ESET-Installers
Beispiel:
https://dein-filehoster.example/pfad/zum/PROTECT_Installer_x64_de_DE.exeStarte anschließend das Skript.
Was passiert während der Ausführung?
Das Migrationsskript führt den Prozess unbeaufsichtigt durch:
Der kundenspezifische ESET-Installer wird auf das Gerät heruntergeladen.
Der Download wird auf eine ausführbare Windows-Datei geprüft.
Der Installer wird lokal im Silent-Modus gestartet.
Der im Paket enthaltene ESET AV Remover entfernt erkannte vorhandene Antivirus-Komponenten.
ESET Management Agent und ESET Endpoint Security werden installiert.
Das Gerät wird anhand der Installer-Konfiguration dem vorgesehenen Kunden zugeordnet.
Die im Installer hinterlegte Lizenz wird verwendet.
Nach Abschluss wird die lokal heruntergeladene Installer-Datei wieder entfernt.
Die Installation selbst wird mit folgenden Parametern ausgeführt:
--silent --accepttermsHinweis zur Anzeige beim Endkunden
Während der Migration kann ESET auf dem Endgerät vorübergehend eine rote Meldung anzeigen, obwohl der Installationsprozess noch läuft.
Diese Zwischenmeldung allein bedeutet nicht, dass die Migration fehlgeschlagen ist.
Informiere den Endkunden am besten vor der Migration darüber. Dadurch lassen sich unnötige Rückfragen während des Rollouts vermeiden.
Gerade bei größeren Rollouts empfehlen wir, diesen Hinweis vorab an die Ansprechpartner des Endkunden weiterzugeben.
6. Migration kontrollieren
Nachdem das Skript abgeschlossen wurde, kontrolliere das Ergebnis, bevor weitere Geräte migriert werden.
Folgende Punkte sollten erfüllt sein:
Das Migrationsskript wurde im Managed RMM erfolgreich beendet.
Managed Antivirus ist auf dem Gerät nicht mehr aktiv beziehungsweise nicht mehr installiert.
ESET Endpoint Security ist auf dem Gerät installiert.
Der ESET Management Agent ist installiert und verbindet sich mit ESET PROTECT.
Das Gerät befindet sich im richtigen Endkunden beziehungsweise in der richtigen übergeordneten Gruppe.
Das ESET Sicherheitsprodukt ist aktiviert.
Die für den Kunden vorgesehenen Richtlinien werden auf das Gerät angewendet.
Erst wenn diese Punkte auf dem Testgerät passen, sollte der Rollout auf weitere Geräte erfolgen.
7. Weitere Geräte migrieren
Nach einem erfolgreichen Test kannst du die Migration auf weitere Windows-Clients des Kunden ausrollen.
Gehe dabei nach demselben Ablauf vor:
Managed Antivirus auf den Geräten deaktivieren.
Migrationsskript aus dem Script Repository ausführen.
Den Download-Link des gleichen kundenspezifischen Installers als Parameter verwenden.
Ergebnisse anschließend in Managed RMM und ESET PROTECT kontrollieren.
Für jeden weiteren Endkunden muss ein eigener ESET-Installer mit der richtigen Kundenzuordnung und Lizenz erstellt werden. Das PowerShell-Skript bleibt unverändert.
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