Information | Acronis GenAI Protection | Übersicht und Aktivierung

Information | Acronis GenAI Protection | Übersicht und Aktivierung

Frage oder Herausforderung

Was ist Acronis GenAI Protection, welchen Nutzen bietet die Funktion und wie kann sie für Kunden aktiviert werden?

Lösung oder Antwort

Acronis GenAI Protection ist eine Funktion in Acronis Cyber Protect Cloud, mit der die Nutzung unterstützter generativer KI-Anwendungen überwacht, abgesichert und gesteuert werden kann.

Die Funktion hilft dabei, die Nutzung von GenAI-Tools sichtbar zu machen, sensible Datenübertragungen zu erkennen oder zu blockieren, riskante Prompts zu überwachen und den Zugriff auf bestimmte GenAI-Anwendungen zu erlauben oder zu sperren.

Funktionsumfang:


Usage Monitoring

Usage Monitoring zeigt, welche unterstützten GenAI-Anwendungen auf geschützten Geräten verwendet werden. Dadurch erhalten Partner und Kunden mehr Transparenz über die Nutzung von KI-Diensten und mögliche Shadow-AI-Nutzung.

Zusätzlich kann inzwischen nachvollzogen werden, welcher angemeldete Benutzer eine GenAI-Aktion ausgeführt hat. Diese Informationen stehen auch in GenAI-Protection-Widgets und Reports zur Verfügung.

Data Loss Prevention

Data Loss Prevention erkennt oder blockiert die Übertragung sensibler Daten an unterstützte GenAI-Anwendungen. Dazu gehören zum Beispiel personenbezogene Daten, Gesundheitsdaten, Zahlungs- und Kreditkartendaten sowie Inhalte, die als vertraulich markiert sind. Acronis nennt dafür unter anderem die Kategorien PII, PHI, PCI-DSS und Confidential. Unterstützt werden unter anderem Texte, Dokumente, Präsentationen, Tabellen und Archive.

Zur besseren Einordnung:

PII = personenbezogene Daten, zum Beispiel Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder Adressen.
PHI = Gesundheitsdaten, also medizinische oder gesundheitsbezogene Informationen.
PCI-DSS = Zahlungs- und Kreditkartendaten.
Confidential = Inhalte, die als vertraulich gekennzeichnet sind, zum Beispiel durch Begriffe wie „confidential“, „internal use only“ oder „do not distribute“.

Wichtig: Die Erkennung erfolgt anhand der von Acronis vordefinierten Sensitive-Data-Definitionen. Einzelne Werte werden nicht immer automatisch blockiert; die Erkennung hängt von den jeweiligen Kategorien, Kombinationen und Schwellwerten ab.

Weitere Informationen zu den vordefinierten Sensitive-Data-Definitionen:
Sensitive Data Definition

Prompt Injection Protection

Prompt Injection Protection erkennt und blockiert riskante oder schädliche Prompts, die KI-Anwendungen manipulieren oder Sicherheitsregeln umgehen sollen. Die Funktion kann sowohl Benutzer-Prompts als auch Inhalte prüfen, die zum Beispiel aus Dokumenten, E-Mails oder Webseiten in Prompts übernommen werden.

Application Access Control

Mit Application Access Control kann gesteuert werden, welche GenAI-Anwendungen verwendet werden dürfen. Dabei kann entweder eine Allowlist verwendet werden, um nur bestimmte Anwendungen oder Domains zu erlauben, oder eine Blocklist, um bestimmte Anwendungen oder Domains zu sperren.

Die Funktion unterstützt webbasierte, Desktop- und SaaS-GenAI-Anwendungen und benötigt kein zusätzliches URL Filtering.

MCP Server Monitoring

Acronis kann verwendete Model Context Protocol (MCP)-Server erkennen und überwachen.

Unter Protection → MCP server monitoring werden verwendete MCP-Server sowie die zugehörigen Anwendungen beziehungsweise MCP-Clients und Benutzer angezeigt. Auf Partner-Ebene ist auch eine kundenübergreifende Übersicht möglich.

 

Voraussetzungen

GenAI Protection muss für den jeweiligen Kunden-Tenant verfügbar und aktiviert sein.

GenAI Protection unterstützt aktuell Windows 11 sowie Windows 10 ab Version 1809 (64-Bit).

Das zu schützende Gerät muss mit dem Acronis Cyber Protection Agent im Kunden-Tenant registriert sein. Eine reine VM-, Hypervisor- oder Proxmox-Sicherung ohne installierten Agent im Betriebssystem reicht dafür nicht aus, da die GenAI-Nutzung innerhalb des Betriebssystems überwacht wird.

 

Aktivierung:

Die Aktivierung erfolgt in zwei Schritten.

Zuerst wird GenAI Protection im jeweiligen Kunden-Tenant als Offering Item beziehungsweise Quote aktiviert.

Danach wird im Cyber Protect Portal ein Schutzplan erstellt oder bearbeitet:

Verwaltung → Schutzpläne → Schutzplan erstellen/bearbeiten → GenAI Protection aktivieren

Im Schutzplan können unter anderem folgende Optionen konfiguriert werden:

Usage Monitoring
Scope of Protection
Data Loss Prevention
Detect-only oder Block mode
Prompt Injection Protection
Sensitive Data Definition
Application Access Control (Allowlist oder Blocklist)

Auswertung:

Ereignisse sind im Cyber Protect Portal unter folgendem Bereich sichtbar:

Protection → GenAI Protection → Events log

Dort werden GenAI Protection Events angezeigt. Ereignisse können unter anderem nach Benutzer, Gerät, Event-Typ, Zeitraum und Risikobereich gefiltert werden.

In den Event-Details werden zusätzlich Benutzerinformationen sowie der Inhalt beziehungsweise Kontext angezeigt, der die Erkennung ausgelöst hat.

Zusammenfassungen und Trends erscheinen im Bereich:

Monitoring → Dashboard / Reports

GenAI-Aktivitäten können dort zusätzlich nach Benutzer ausgewertet werden.

Dashboard-Daten können zeitverzögert erscheinen, da sie aggregiert dargestellt werden.

 

Wichtige Hinweise

GenAI Protection blockiert nicht automatisch jede einzelne sensible Information, zum Beispiel eine einzelne E-Mail-Adresse, IBAN oder Kreditkartennummer. Die Erkennung basiert auf vordefinierten Acronis-Regeln, Kategorien und Schwellwerten.

GenAI Protection verwendet ausschließlich die integrierten Sensitive-Data-Definitionen von Acronis. Benutzerdefinierte Sensitivity-Einstellungen werden von GenAI Protection nicht berücksichtigt.

Bei gleichzeitiger Nutzung von Acronis Data Loss Prevention und GenAI Protection auf demselben Workload ist mindestens der Acronis Cyber Protection Agent C26.04 oder neuer erforderlich. Treffen eine GenAI-Protection-Regel und eine DLP-Regel auf dasselbe Ereignis zu, hat die GenAI-Protection-Regel Vorrang.

 


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